Fläche: 1.347.000 km2
Einwohner: 160.000
Das Northern Territory nimmt knapp ein Fünftel des Kontinents ein und seine Fläche (1700 km lang und 900 km breit) entspricht fünf Mal der Größe Deutschlands. Die Einwohnerzahl liegt aber nur bei etwa 160.000 Einwohnern.
Im Norden herrscht eine tropische Vegetation vor und mit zunehmender südlicher Breite verwandelt sich das Klima in Wüsten und Steppengebiete. Der Süden besitzt Plattenlandschaften, die etwa 600 m hoch gelegen sind. In dem Wüstengebiet und Steppengebiet ragen der Uluru (Ayers Rock), die Olgas und die MacDonnell Ranges heraus. Die Küste ist 1600 km lang und ist von Mangrovensümpfen und -hainen gesäumt, in denen kleinere Strände eingesprenkelt sind.
Blick auf den Uluru
Die größten Städte sind die Hauptstadt Darwin mit etwa 80.000 Einwohnern und Alice Springs mit ca. 25.000 Einwohnern. Die Schwerpunkte der Wirtschaft liegen im Bergbau, Tourismus und der Landwirtschaft. Aber in den letzten Jahren wird verstärkt auf den Tourismus gesetzt, da Attraktionen wie der Monolith Ayers Rock, die Wüstenstadt Alice Springs und der Kakadu National Park zahlreiche Touristen anziehen. Diese werden von immer mehr Touristen besucht.
In Darwin gibt es eine relativ große Fischindustrie, die sich auf den Fang von Garnelen, Barramundi, Austern und Krabben spezialisiert hat. Etwa 22% der Einwohner des Northern Territory sind Aborigines, was den höchsten Anteil aller Bundesstaaten und gebiete ausmacht. Ihre Zahl kann nicht genau erfasst werden, da nicht alle registriert sind. Ihnen gehört etwa ein Fünftel der Fläche. Aber auch wenn ihnen seit 1967 das Land gesetzlich zusteht, beuten es die anderen Einwohner ohne Zustimmung der Aborigines aus, da wertvolle Bodenschätze gefunden wurden.
Geschichte
1623 betraten Holländer von dem Segelschiff "Arnhem" zum ersten Mal im Bereich der nördlichen Küste das Land. 1836 wurden die Grenzen des Territoriums festgelegt, das bis 1863 von New South Wales verwaltet wurde. Danach wurde es der Regierung von South Australia unterstellt. Zwischen 1870 und 1872 wurde zwischen Adelaide und Darwin die Telegrafenleitung gebaut und in diesem Zusammenhang auch die Stadt Alice Springs gegründet. Ab 1911 oblag das Northern Territory der Verwaltung von Canberra. Ein Aufschwung kam erst zu Beginn unseres Jahrhunderts durch die Förderung von Bodenschätzen. Während des 2. Weltkrieges wurde der Ausbau des Straßennetzes vorangetrieben, obwohl Darwin als wichtiger Küstenstützpunkt mehrmals bombardiert wurde. Seit 1978 ist das Northern Territory ein autonomes Bundesgebiet, das von Darwin aus verwaltet wird. Heute ist man bemüht eine touristische Infrastruktur aufzubauen, die bereits im Bereich des Ayers Rock und im Kakadu National Park gelungen ist.
Klima
Etwa vier Fünftel des Landes liegen in den Tropen. In Darwin fallen in den Regenmonaten November bis April etwa 1600 mm Regen, in den übrigen Monaten 50 mm Regen. Bei Alice Springs, wo es keine Regenzeit gibt, fallen 250 mm und wie in Darwin 50mm Regen während der Monate Oktober und Mai. Die Regenzeit lässt die trockenen Flüssen zu reißenden Strömen werden, füllt die Salzseen in wenigen Stunden und unterbricht Straßen-, Bahn- und Telefonverbindungen. Außerdem fegen besonders im nördlichen Bereich des Landes heftige Wirbelstürme. Der Wirbelsturm Tracy war eine Katastrophe für Darwin. Er fegte am 25. Dezember 1974 über die Stadt. Heute jedoch ist von den Schäden nicht mehr viel zu sehen.
Pascal Hoffmann
Darwin ist mit etwa 80.000 Einwohnern die größte Stadt des Northern Territory. Mit 244 Liter pro Person hat Darwin den höchsten Bierkonsum in Australien und auf der ganzen Welt. In der Regenzeit von Dezember bis Februar gibt es sintflutartige Regenfälle, hohe Temperaturen und eine manchmal unerträgliche hohe Luftfeuchtigkeit. Aber dennoch ist Darwin eine moderne, lebhafte und ansprechende Stadt. Dazu trägt die junge Einwohnerschaft bei, die das Stadtbild prägt. Darwin zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten Australiens. Sie dient auch als Beispiel für das friedliche Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturkreisen. Die Innenstadt liegt mit ihren Geschäften, Hotels, Kinos und Pubs auf einer kleinen Halbinsel, während die Mehrzahl der Darwinites in den nördlichen Vororten wohnt.
Die Innenstadt ist relativ klein und überschaubar. Der Rundgang beträgt ungefähr zwei Stunden zu Fuß. Durch den Krieg und den Wirbelsturm gibt es relativ wenig historische Bauwerke. Das Overland Telegraph Memorial erinnert an das erste Telegramm, das hier am 22. Oktober 1876 aufgegeben wurde.
Klima
In der "dry season" (Trockenzeit) liegt die Durchschnittstemperatur bei 32° C am Tag und die Nächte sind angenehm kühl. Die "wet season" (Regenzeit) bringt Regen und nicht selten Wirbelstürme mit sich. Die Temperatur liegt ebenfalls bei 30° C und geht nachts auch nur wenig zurück.
Geschichte
John Stokes endeckte und erkundete die Bucht, wo heute Darwin liegt, 1839. Die erste Siedlung wurde 1866 gegründet und erhielt den Namen Palmerston. Als sie 1911 Hauptstadt wurde, erfolgte eine Namensänderung zum Gedenken an den Naturforscher Darwin. Durch den Eintritt der Japaner in den 2.Weltkrieg wurde auch Australien von den Ereignissen berührt. Bei den 60 Bombenangriffen auf Darwin führte eine Attacke im Februar 1942 zur völligen Zerstörung der Stadt.
Pascal Hoffmann
Alice Springs erscheint manchen Menschen nach längeren Outbacktouren wie eine Metropole inmitten der Wüste. Alice Springs hat allerdings nur 25.000 Einwohner und liegt sowohl von Darwin im Norden als auch von Adelaide im Süden ungefähr 1.600 km entfernt. Einen Blick über die Stadt erhält man vom Anzac Hill, auf dem auch eine Gedenktafel für die Opfer der Kriege steht. Ein Fluss, der am Rande der Stadt verläuft, wurde nach Charles Todd benannt. Der Todd führt jedoch nur selten Wasser. Die Quelle des Flusses wurde nach seiner Frau (Alice) benannt. Daher kommt auch der Name Alice Springs. Das Gebiet um Alice war ursprünglich von den Stämmen der Aruntas, der Gurindgi und Pintjantjara bewohnt. Heute leben die meisten deren Nachkommen in der Stadt oder in umliegenden Gebieten. Häufig sieht man sie schon am Morgen betrunken in der Stadt. Viele der Aborigines sind verwahrlost und betteln Passanten um Geld an. Auch heute werden sie noch häufig, wenn sie auffällig werden, von der Polizei eingesperrt. Der zweispurige "Highway" von Alice Springs nach Adelaide verläuft seit 1987 durchgehend.
Der Royal Flying Doctor Service in Alice Springs

Angela Hartner & Maike Krämer